BIM
Jetzt schlägt‘s dreizehn: BIM BAM BUM!
Allem Gebimmel, Gebammel und Gebummel der Welt entgegen hängen wir diese Ankündigung an die große Glocke: Die GOLDWERK GALERIE in Rostock zeigt im Herbst die Ausstellung „BIM BAM BUM. Zeitgenössische Positionen der Kunst kuratiert von Broschewitz und Goldberg“ (8.10. – 30.11.2022) mit Malerei, Grafik, Plastik, Keramik und Schmuck von dreizehn Künstler:innen. Galerist Mathias Goldberg und Künstler Carlo Leopold Broschewitz kuratieren bereits zum dritten Mal gemeinsam eine Ausstellung in der Galerie.

BAM
„Ein Glockenton fliegt durch die Nacht, als hätt’ er Vogelflügel.“
Christian Morgenstern – Bim, Bam, Bum (Galgenlieder, 1905)
Morgensterns lyrische Subjekte BIM, BAM und BUM flirren durch die Nacht: der Suchende BAM, die Entfleuchte BIM, der Verführungskünstler BUM.
Die von Broschewitz und Goldberg ausgewählten künstlerischen Positionen schwingen – BIM – unter-, gegen- und miteinander: sie loten Sinn aus; durchdringen – BAM – Realitäten: sie geben Phantastereien einen Klangraum; erklingen – BUM – in Schmuck, Plastik, Keramik, Malerei und Grafik: sie begrenzen die Ausdrucksskala keinesfalls durch ein Genre; diese Töne haben Flügel!

BUM
Wissen, was die Glocke geschlagen hat: Die Ausstellung „BIM BAM BUM. Zeitgenössische
Positionen der Kunst kuratiert von Broschewitz und Goldberg“ ist vom 8. Oktober bis zum 30.
November zu sehen – dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr, in der GOLDWERK Galerie
im Klosterhof 5 in Rostock. Sie wird am Samstag, den 8. Oktober 2022 um 17 Uhr eröffnet: Es spricht Rüdiger Giebler, es spielt Aurel Petronis.

SOPHIE BAUMGÄRTNER | Schmuck – Opak und transparent in Naturbild und Artefakt
Jg. 1983 | Halle (Saale)
… schöpft Naturformen und tierische Mischwesen, die Metamorphose vom architektonischen Grundkörper zum fließenden Geschmeide, in präziser Bestimmung von Volumen und Lücke, Einzelelement und struktureller Ordnung, im Zusammenklang von Opazität und Transparenz, Naturbild und Artefakt.

CARLO LEOPOLD BROSCHEWITZ | Bildhauerei / Malerei – Wundersame Welt trifft Form und Farbe
Jg. 1980 | Rostock / Leipzig
… erschafft eine Welt wundersamer Formen und Farben: verträumt, intuitiv, märchenhaft, unerwartetungezwungen; ein Gefüge aus Gestalt und Narrativ, voller Selbstbestimmung, Prozesshaftigkeit und entrückter Realitäten – das sind Begegnungen zwischen dem Menschlichen und dem Animalischen.

KARL FULLE | Plastik / Keramik – Barocke Formsprache in eigenwilliger Opulenz
Jg. 1950 | Halle (Saale)
… bringt Formen in Bewegung, beschwingt wie rhythmisch: Die konservierte handwerkliche Drehbewegung sprengt in seiner barocken Formsprache, eigenwilligen Opulenz und kontrastreichen Farbzusammenstellung die traditionelle Vorstellung von Keramik.

HERMANN GRÜNEBERG | Plastik / Keramik – Raffinierte Wirklichkeitserfahrungen
Jg. 1983 | Halle (Saale)
… bietet neue Wirklichkeitserfahrungen von Plastizität, Materialität und Farbe: Figurative Plastiken erscheinen als ausgewachsene Hausgeister voll alltagstauglicher Spiritualität und zarter ironischer Gesten; Teller aus schamottiertem Ton zeigen sich als spröde Objekte, bemalt mit unergründlichen Porträts.

JULIANE HERDEN | Gefäß / Keramik – Mit leichter Hand zwischen Gradlinigkeit und Experiment
Jg. 1979 | Berlin
… lotet mit leichter Hand den Raum zwischen Gradlinigkeit und Experiment, farbiger Verspieltheit und strenger Monochromität aus: Ihre Porzellanarbeiten geben Vorstellungen von diesem Material eine frische Note – sowohl als funktionellem als auch künstlerischem Objekt.

MATTHIAS KANTER | Malerei – Farbe als Bedeutungsträger
Jg. 1968 | Friedrichshagen/MV
… konzentriert sich auf die Wirkung von Farbe, nimmt dabei Bezug auf die Geschichte der Malerei und auf die Farbe als Bedeutungsträger sowie als Element im Bildraum. Beim Malen erforscht er subtile Farbklänge und transportiert dabei Emotionen allein durch sie.

CHRISTINE MATTHIAS | Schmuck – Lebendige Details gegenüber formaler Strenge
Jg. 1969 | Halle (Saale)
… arbeitet mit klaren, einfachen Formen: Eine Linie führt zu einer symmetrischen Form, die Arbeiten sind geschmiedet, montiert, architektonisch gebaut, Details stehen einer formalen Strenge gegenüber. Ihre Schmuckstücke sind zugleich Objekte: Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten machen sie lebendig

JOHANNES NAGEL | Plastik / Keramik – Plastische Unschärfe ganz konkret
Jg. 1979 | Halle (Saale)
… improvisiert konkret: Seine assoziativen Gefäßformen formulieren eine Idee über die Entwicklung der Dinge und verweisen auf den Moment der Bearbeitung. Das Verhältnis zwischen vorgestellter Silhouette und entstehendem Volumen lassen ganz konkret Irritation, Verfremdung und „plastische Unschärfe“ zu.

MARTIN NEUBERT | Plastik / Keramik – Überwinden des Intakten, Ganzen, Abgeschlossenen
Jg. 1965 | Weimar / Halle (Saale)
… erhebt das Prinzip der Collage zum Elixier seines lebendigen Schaffens und interessiert sich mit subtilem Humor für das Fragmentarische, Unfertige, aus dem Leben Gegriffene. Feinfühlig wie nuancenreich lässt er Raum für Komplexität – nie ohne glaubhaft formulierte Zuversicht.

JOCHEN PLOGSTIES | Malerei – Wahrnehmen beim Beobachten und Schaffen
Jg. 1974 | Leipzig
… sensibilisiert mit den Mitteln zeitgenössischer Malerei und seinen Rückübersetzungen von Kunstreproduktionen in Gemälde für Prozesse und Varianzen von künstlerischer Aneignung, rekondensiert Bildstrategien und generiert dabei verblüffende Neuinterpretation klassischer Werke und Perspektiven.

WINNIE SEIFERT | Malerei – Ein energetisches Konvolut von Farben
Jg.1987 | Dresden
… kreiert Farbwelten voller Emotionen: Wut, Freude, Ekstase, Stille – ein energetisches Konvolut von Farben, hier sogartig, da meditativ. Das ist freier und fließender Umgang mit Raum und Farbe in großen und kleinen Formaten: phantastisch und abstrakt, gestisch und reizaufgeladen.

SEBASTIAN SPECKMANN | Grafik – Poesie und Zauber in der Tristesse
Jg. 1982 | Leipzig
… zeichnet, schneidet und druckt: Erinnerung und Déjà-vu werden mit dem Sichtbaren in Projektionen mediatisierter Bilder verschnitten. Er findet Poesie und Zauber in der Tristesse, verborgene Bilder hinter Bildern und pointiert die Frage nach ihrer Wertigkeit und Lebensdauer.

SILVIA WEIDENBACH | Schmuck – Eine völlig neue Ästhetik für Schmuckobjekte
Jg. 1980 | England
… verbindet Tradition mit Moderne, verwendet sowohl historische Techniken als auch innovative Technologien und verschmilzt sie, um auffällige, einzigartige Stücke zu schaffen und eine völlig neue Ästhetik für Schmuck und Schmuckobjekte im 21. Jahrhundert zu entwickeln.